PROJEKTBEISPIEL

Konzept für die Digitaleinheit eines Familienunternehmens

Trend zu Corporate Digital Labs

Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren relativ eigenständige Digitaleinheiten aufgebaut, um so die Herausforderungen des digitalen Wandels zu meistern. Eine relativ große Attraktivität für Corporate Digital Labs hat der Standort Berlin erlangt. Die nächsten Jahre werden zeigen, welche der Einheiten Erfolg hat und wie dauerhaft dieser Trend ist.

Herausforderung

Den Trend beobachtete auch ein süddeutsches Familienunternehmen und stellte sich die Frage, ob und falls ja, mit welchem Konzept man eine solche Digitaleinheit gründen solle. Eine wichtige Rolle spielte dabei, dass der Heimatstandort zwar landschaftlich schön gelegen aber rund siebzig Kilometer von der nächsten Großstadt entfernt ist.

Für den Aufbau eines Corporate Digital Labs sprechen das Beharrungsstreben eines etablierten Unternehmens, die Agilität einer Einheit mit einem gewissen kulturellen Abstand sowie die Nähe zu neuen Technologien und Digitalexperten. Je nach Fokus haben sich verschiedene Formen herausgebildet, z.B. eine Digital-Gesellschaft mit eigener Rechtsform.

Kritische Stimmen mahnen jedoch und argumentieren, eine Digitaleinheit mit großem kulturellen Abstand könne zu Widerständen in der etablierten Organisation führen.

Umsetzung

„Das systematische Vorgehen hat entscheidend dazu beigetragen, bei der emotionalen Frage, ob wir an einem neuen Standort eine Digitaleinheit gründen sollen, einen Konsens zu finden. Außerdem war es wichtig, hierfür ein klares strategisches Konzept zu entwickeln und die gesamte Organisation mitzunehmen.“

Bei der Beantwortung der Frage haben wir uns gemeinsam mit der Geschäftsführung an einem Phasenkonzept und den spezifischen Erfolgsfaktoren in den einzelnen Phasen orientiert.

In der ersten Phase ging es zunächst darum, die Grundlagen zu schaffen. Hierzu gehörte, die Ziele klar zu formulieren, eine Unterstützung durch die Führung und die Gesellschafter sicherzustellen und ein tragfähiges Geschäftsmodell für die neue Einheit zu entwickeln. Außerdem war es wichtig, das Verhältnis zu anderen Organisationseinheiten zu klären und das Vertrauen des Betriebsrats zu gewinnen.

Der Fokus der zweiten Phase lag bei der Gestaltung des Aufbaus. Wichtig war, die Standortfrage zu klären und eine qualifizierte Leitung zu finden. Ausgehend von diesen Vorarbeiten bestätigte der Aufsichtsrat den Vorschlag der Geschäftsführung zur Gründung einer Digitaleinheit. Die Standortentscheidung fiel auf eine nahe gelegene Universitätsstadt. Danach konnte die Gewinnung erster Kunden beginnen.

Die dritte Phase stand unter dem Motto: Als Katalysator des digitalen Wandels wirken. Hierzu gehörte es natürlich, Anfangserfolge zu realisieren. Daneben war es wichtig, den Wertbeitrag für das Gesamtunternehmen deutlich zu machen und die innovativen Ansätze gemeinsam mit der etablierten Organisation zu skalieren. Daher wird die Digitaleinheit heute als erfolgreicher integrierter Bestandteil des Unternehmens gesehen.

 

Weiterführende Informationen

Servatius, H.G.: Digitale Evolution ausgehend von der Provinz

Servatius, H.G.: Organisatorische Umsetzung von Innovationen

Servatius, H.G.: Die duale Organisation und ihre Schlüsselrolle

Servatius, H.G: Digitaler Wandel und Mittelstand

Möchten Sie auch die Frage beantworten, ob eine Digitaleinheit für Ihr Unternehmen der richtige Ansatz ist? Wir unterstützen Sie gerne bei der Entscheidungsvorbereitung und begleiten die Umsetzung.