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Innerhalb des Innovationsmanagements sind in den letzten Jahrzehnten wichtige neue Themen entstanden. Wir skizzieren die Entwicklung und geben einen Ausblick.

Strategische Bedeutung von Technologie und Innovation

Die Wurzel des Fachgebiets Technologie, Innovation und Entrepreneurship (TIE) – so die Bezeichnung der wissenschaftlichen Kommission innerhalb des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft – liegen im Management des Funktionsbereichs Forschung und Entwicklung. Hieraus ist in den 1980er Jahren das strategische Technologie-Management entstanden. Das Ziel bestand darin, mit einer eigenständigen Methodik der zunehmenden strategischen Bedeutung des Themas Technologie und Innovation Rechnung zu tragen.

Organisatorisch-kulturelle Umsetzung

In den 1990er Jahren erkannte man dann zunehmend, dass es neben der strategischen Dimension auch auf die organisatorisch-kulturelle Umsetzung ankommt. In dieser Zeit entstanden die Themen Prozessinnovation und Stage-GateTM-Prozesse für die Produktinnovation, Wissensmanagement sowie innovationsfähige Organisation und Innovationskultur.

Neue Themen seit den 2000er Jahren

Um die Jahrtausend-Wende rückte im Zuge des von Start-ups getragenen Electronic-Business-Booms das Thema Geschäftsmodell-Innovation erstmals in den Mittelpunkt des Interesses. Diese Entwicklung trug dazu bei, dass sich die Wissenschaft intensiver mit Entrepreneurship und unternehmerisch wirksamem Handeln beschäftigte.

In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts gewannen dann die Themen Open Innovation/ Experience Co-Creation und Innovationsmanagement 2.0 mit Software-Plattformen an Bedeutung, die auch heute noch die Diskussion prägen.

Ganzheitliche Sicht von Innovationssystemen

Die intensive Beschäftigung mit den Problemen bei der Realisierung neuer Geschäftsmodelle führte dazu, dass man heute die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Sicht von Innovationssystemen klarer erkennt. Innovationsmanagern kommt dabei die Rolle von Systemgestaltern zu. Die folgende Abbildung veranschaulicht diese Entwicklung, bei der wir zwischen einer Entstehungsphase und einer Reifephase des Fachgebiets unterscheiden.

Innovationsmanagement Ausblick

Spannend ist zu beobachten, wie das Innovationsmanagement nun – diesem Grundmuster folgend – in eine nächste Entwicklungsphase geht.

Digitale Transformation und neue Produktionsmodelle

In den letzten Jahren hat die strategische Bedeutung eines Clusters von Informationstechnologien stark zugenommen. Hierzu zählen das Internet der Dinge, das mobile Internet, Big Data, Cloud Computing und Cybersecurity1. Diese Entwicklung, die eine digitale Transformation von Unternehmen und neue Produktionsmodelle ermöglicht, ist gerade für die deutsche Industrie  mit weitreichenden Implikationen verbunden. Dabei können Führungskräfte aus dem Entwicklungsmuster des Innovationsmanagements in der Vergangenheit lernen, dass man das disruptive Potenzial der neuen Technologien nicht unterschätzen sollte.

 

Literatur

  1. Duerand, D.: Neuverteilung der Welt. In: Wirtschaftswoche, 12.05.2014, S. 60-64