Design von smarten Innovationsökosystemen

Der digitale Wandel erfordert ein intelligentes Interaktionsdesign. Leider weiß noch niemand genau, wie das geht. Aber smarten Innovationsökosystemen gehört die Zukunft.

 

Smart Germany

Der 28. Deutsche Ingenieurtag des VDI am 11. Mai 2017 stand unter dem Motto Smart Germany – Arbeit in der Digitalen Transformation.1  Nach der Begrüßung durch den VDI-Direktor Ralph Appel erläuterte der frühere Google-Manager Christian Baudis anhand zahlreicher Beispiele, wie die Digitalisierung unsere Gesellschaft verändert. Nicht überraschend empfahl er den anwesenden Ingenieuren, sich am Innovationssystem des Silicon Valley zu orientieren.

In der anschließenden Podiumsdiskussion griffen die Teilnehmer diese These auf und versuchten herauszuarbeiten, was im Rahmen eines Smart Germany auf der Baustelle der digitalen Transformation noch alles zu tun sei. Es bestand weitgehender Konsens, dass Ingenieure früher und besser an die Aufgaben Innovationsmanagement und digitaler Wandel sowie an neue Führungs- und Organisationskonzepte herangeführt werden müssen.

 

Intelligentes Interaktionsdesign

Es zeichnet sich ab, dass darüber hinaus die Herausforderung im Design smarter Innovationsökosysteme liegt. In einem solchen System interagieren die Unternehmen eines spezifischen Innovationsfeldes auf intelligente Art und Weise

  • mit ihren Kunden und Wertschöpfungspartnern,
  • Bildungs- und Forschungseinrichtungen,
  • den verschiedenen Ebenen der Politik sowie
  • der Gesellschaft und ihren Vertretern.

Spannend ist, dass es für die Gestaltungsaufgabe eines solchen intelligenten Interaktionsdesigns bislang noch keine Blaupause gibt.2  Anregungen aus dem Silicon Valley mögen hilfreich sein. Daneben kommt es aber darauf an, diese mit einer Weiterentwicklung der spezifischen Stärken des europäischen Innovationssystems zu verbinden.

 

 

Ein Ausgangspunkt für diesen gemeinsamen Lernprozess können verschiedene Muster des Misslingens und Gelingens sein.

 

Muster des Misslingens und Gelingens

In etwa zeitgleich mit der VDI-Veranstaltung im Düsseldorfer Maritim Hotel stellte Solarworld-Chef Frank Asbeck nach sechs verlustreichen Jahren den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Bonn.3  Die 100 Milliarden Euro, die die deutsche Solarindustrie über die Jahre an Förderungen erhalten hat, haben also nicht zu einem nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg in diesem wichtigen Innovationsfeld geführt. Vielleicht sollte man versuchen, die kausalen Wechselwirkungen innerhalb dieses Muster des Misslingens besser zu verstehen.

Mindestens ebenso wichtig ist es, Muster des Gelingens für eine erfolgreiche Innovationskommunikation mit der Gesellschaft, für neue Politikkonzepte und eine gelungene Zusammenarbeit von größeren Unternehmen, Startups und Universitäten zu identifizieren. In unserer projektbegleitenden Forschung arbeiten wir gegenwärtig an diesem Thema.

Beim 28. Deutschen Ingenieurtag in Düsseldorf machte EU-Kommissar Günther Oettinger deutlich, dass es bei der Bewältigung der vor uns liegenden Herausforderungen darauf ankommt, die europäischen Kräfte zu bündeln.

 

Literatur

  1. Verein Deutscher Ingenieure e.V. (Hrsg.): Smart Germany – Arbeit in der Digitalen Transformation. VDI-Standpunkte, Mai 2017
  2. Servatius, H.G.: Innovationssysteme zur Bewältigung der großen Herausforderungen. In: Competivation Blog, 28.10.2016
  3. Hubik, F., Kersting, S., Heide, D.: Sonnenfinsternis 2.0. In: Handelsblatt,12./13./14. Mai 2017, S. 6-7

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