Ambidextrous Leadership zur Bewältigung des digitalen Wandels

Der digitale Wandel erfordert eine besondere Form der Führung. Eine wichtige Grundlage hierfür bildet das Ambidextrous-Leadership-Konzept.

 

Erfolgsfaktor für Corporate Digital Labs

Ein verbreiteter Ansatz vieler etablierter Unternehmen zur Bewältigung des digitalen Wandels ist die Gründung eines Corporate Digital Labs.1 Es ist aber absehbar, dass viele dieser Versuche scheitern werden, wenn sie nicht in ein situativ angemessenes Führungskonzept eingebettet sind, das die Agilität der neuen Digitaleinheit mit den Stärken der etablierten Organisation verbindet. Führung ist also ein zentraler, häufig allerdings zu wenig thematisierter Erfolgsfaktor. Ein konzeptioneller Rahmen für eine solche angemessene Führung ist ambidextrous Leadership, wobei man ambidextrous mit beidhändig übersetzen kann.

 

Was versteht man unter einer beidhändigen Führung?

Die bekanntesten Wissenschaftler, die sich mit Ambidexterity beschäftigt haben, sind der Stanford-Professor Charles O’Reilly und der Harvard-Professor Michael Tushman. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie ein Unternehmen die richtige Balance zwischen produktivitätsorientierter Exploitation und innovationsorientierter Exploration finden kann.2 Den Ausgangspunkt ihrer Forschung bildet die Erkenntnis, dass viele Unternehmen Opfer ihres eigenen Erfolgs werden, der sie z.B. lähmt, auf disruptive Wettbewerber angemessen zu reagieren.

Eine beidhändige (produktivitäts- und innovationsorientierte ) Führung schafft die Balance zwischen dem Produktivitätssystem des Unternehmens und einem radikalen Innovationssystem, aus dem neue, digitale Geschäftsmodelle entstehen. Diese radikale Innovation erfordert auch eine andere Führung als die in das Produktivitätssystem eingebettete, inkrementelle Innovation, die in der Regel gut beherrscht wird. Eine Herausforderung für das Produktivitätssystem ist gegenwärtig die Digitalisierung der Geschäftsprozesse.

 

 

Der Verbreitungsgrad einer professionellen, beidhändigen Führung in europäischen Unternehmen ist bislang leider gering.

 

Schließung von Forschungslücken und praktische Anwendung

Die Leistung von Charles O’Reilly und Michael Tushman besteht darin, aus einer großen Anzahl von Fallstudien und Beispielen praktische Handlungsempfehlungen abgeleitet zu haben.3 Dennoch existiert eine Theorie der beidhändigen Führung bislang allenfalls in Ansätzen.

Außerdem erscheint erwähnenswert, dass Ambidextrous Leadership in der Lehre deutschsprachiger Hochschulen immer noch deutlich unterrepräsentiert ist.

Wir haben diese Situation zum Anlass genommen, uns im Rahmen unserer Customized Management Education intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Am Anfang steht dabei eine umfassende Analyse der Ausgangssituation. Anschließend verbinden wir spezifische Beratungsprojekte mit der Führungskräfteentwicklung des Unternehmens.



Literatur

  1. Servatius, H.G., Kaufmann, T.: Digitale Innovationswerkstäten in mittelständischen Unternehmen. In: IM + io – Das Magazin für Innovation, Organisation und Management , März 2016, Heft 1, S. 42-48
  2. Tushman, M.L., O’Reilly, C.A.: Ambidextrous Organizations – Managing Evolutionary and Revolutionary Change. In: California Management Review, 1996, Nr. 4, S. 8-30
  3. O’Reilly, C.A., Tushman, M.L.: Lead and Disrupt – How to Solve the Innovator’s Dilemma, Stanford 2016

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