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Die Zufriedenheit mit Modellen der Innovationsverantwortung auf den oberen Führungsebenen ist in der Praxis relativ gering. Unternehmen sollten dies zum Anlass nehmen, über Verbesserungsmöglichkeiten nachzudenken!

Verschiedene Modelle

Bei der Frage, wie die Innovationsverantwortung auf den oberen Führungsebenen eines Unternehmens geregelt sein sollte, gibt es bislang keine einheitliche Antwort. Eine aktuelle Studie des IMD in Lausanne gliedert mögliche Optionen anhand der Dimensionen, wer die Verantwortung trägt und auf welcher Ebene diese Verantwortung angesiedelt ist. Es ergeben sich die in der Abbildung dargestellten neun Modelle1.

Innovationsverantwortung auf den oberen Führungsebenen Abb. 1

Bei den in der Studie befragten 113 Unternehmen ist das Top Management Team am weitesten verbreitet (29%) gefolgt von dem CEO als Hauptverantwortlichen für Innovation (16%) und einem Innovation Board aus erfahrenen Managern (14%). Auf den nächsten Plätzen folgen der Chief Technology Officer oder Leiter Forschung und Entwicklung (10%) und der Chief Innovation Officer (9%).

Daneben ist es wichtig, welche Modelle die Unternehmen zur Unterstützung der Hauptverantwortlichen einsetzen. Auch hier ist das Top Management Team mit 17% am weitesten verbreitet gefolgt vom Chief Innovation Officer (14%) sowie dem CEO (13%), einer Gruppe aus Innovation Champions (13%) und niemandem als spezifischem Unterstützer (13%).

Die Studie bestätigt also die Vermutung, dass in der Praxis verschiedene Modelle eingesetzt werden, die unterschiedlich verbreitet sind.

„Luft nach oben“ bei der Zufriedenheit

Interessant ist auch, wie zufrieden oder unzufrieden die befragten Unternehmen mit ihren Modellen sind. Nur 13% geben an, sehr zufrieden zu sein. Immerhin 44% sind relativ zufrieden, aber 38% sind relativ unzufrieden. Sehr unzufrieden sind 5%.

Gibt es einen Spitzenreiter bei den Zufriedenheitswerten? Die Antwort lautet ja. 70% sind mit dem Modell des Chief Technology Officers (CTO) relativ oder sehr zufrieden gefolgt vom Innovation Board (65%). Das Modell des Chief Innovation Officers oder Innovationsmanagers liegt mit einem Zufriedenheitswert von 35% erst auf Platz sieben, wobei die Bewertung besser ausfällt, wenn diese Position auf der obersten Führungsebene angesiedelt ist (siehe Abbildung).

Innovationsverantwortung auf den oberen Führungsebenen Abb. 2

Insgesamt gibt es bei der Zufriedenheit  mit Modellen der Innovationsverantwortung also noch deutlich „Luft nach oben“.

Wir haben diese Ergebnisse zum Anlass genommen, ein Programm zur Verbesserung der Innovationsverantwortung zu entwickeln, das wir gegenwärtig in Projekten erproben. Es ist abzusehen, dass bereits eine bewusstere Beschäftigung mit dem Thema einiges bewirken kann. Außerdem ist es sicherlich wichtig, neben der Innovationsverantwortung auf den Führungsebenen den Aspekt einer innovationsfördernden Kultur nicht zu vernachlässigen. Daneben kommt es immer auf die Umsetzung eines Innovationssystems und die dabei zu beachtenden Erfolgsfaktoren an.

 

Literatur

  1. Deschamps, J. P.; Nelson, B.: Innovation Governance. How Top Management Organizes and Mobilizes for Innovation. San Francisco: Jossey-Bass, 2014, S. 107ff.